Warum Procter & Gamble 50% der Innovationen von aussen bezieht

News

Im Jahr 2017 wurde Helbling von Procter & Gamble (P&G) mit dem Preis „Europeans Most Productive Connect + Develop Partnership“ ausgezeichnet. Was genau ist das „Connect + Develop“-Programm und warum lagert ein Unternehmen wie P&G seine Innovationen aus?

Larry Huston und Nabil Sakkab von P&G schrieben 2006 dazu einen Artikel im Harvard Business Review, in dem sie die Gründe für die Initiative skizzieren. Alles begann im Jahr 2000. P&G hatte fast die Hälfte seines Marktwertes verloren, und das Unternehmen wusste, dass es seine Prozesse umstellen musste, wenn es sich wieder erholen sollte. A.G. Lafley, der kurz vorher als CEO eingestellt wurde, forderte seine Mitarbeiter auf, das Innovationsmodell des Unternehmens neu zu erfinden.

Zu diesem Zeitpunkt hatte P&G 7’500 interne Forscher. Eine beachtliche Grösse, oder? Ausser, dass für ein Unternehmen dieser Grösse ein jährliches Wachstum von 4-6% bedeutet, dass jedes Jahr mehrere Milliarden an Neugeschäft aufgebaut werden müssen – mit anderen Worten, fast eine Million Dollar Neugeschäft pro R&D-Mitarbeiter. Wie ist so etwas möglich?

P&G erkannte, dass es viel Talent ausserhalb seiner Organisation gab. Nach P&Gs Schätzung gab es für jeden ihrer Forscher 200 externe Wissenschaftler oder Ingenieure irgendwo auf der Welt, die ebenso gut waren – insgesamt also 1,5 Millionen Menschen. Es blieb die Frage, wie man dieses Talent nutzen und sicherstellen konnte, dass seine Ideen in P&G-Produkten umgesetzt wurden. Die Antwort auf diese Frage war das Programm Connect + Develop.

Connect + Develop zielt darauf ab, vielversprechende Ideen zu identifizieren, wo immer sie sich befinden, und sie für Produktinnovationen zu nutzen. Während Produkte, die auf externen Ideen basieren, nicht ausschliesslich das Erzeugnis von P&G sein würden, würden sie dennoch von den Marketing-, Einkaufs- und Herstellungsmöglichkeiten des Unternehmens profitieren, um sie auf den Markt zu bringen. Nach den Worten von A.G. Lafley würden sie nicht mehr „aus den Labors“ von P&G kommen, sondern „durch sie“.

Dieses Modell hat sich bewährt. P&G ist nun nahe an seinem Ziel, 50% der neuen Produkte mit Elementen, die von ausserhalb des Unternehmens stammen, zu entwickeln.

Wir bei Helbling glauben fest an dieses Modell. Auch innerhalb unserer Organisation sehen wir jeden Tag, wie grossartige Ideen entstehen, wenn wir verschiedene Menschen, Teams und Ideen miteinander verbinden. Was auch immer das Problem ist, an dem Sie gerade arbeiten, die Chancen stehen gut, dass jemand irgendwo auf der Welt, bereits darüber nachgedacht hat. Es sollte das Ziel eines jeden Unternehmens sein zu versuchen, diese Ideen von aussen zu erfassen – und zu erkennen, dass, egal wie gross die interne F&E-Abteilung ist, sie im Vergleich zu den Talenten ausserhalb der Organisation verschwindend klein ist.